Die Erinnerungen an die letzte Chorfahrt sind noch gar nicht ganz verblasst, da begaben wir uns schon wieder auf Reisen: unsere diesjährige Chorfahrt verbrachten wir auf der malerischen Wasserburg Heldrungen, in Thüringens Kyffhäuserregion gelegen.

Wie wir gleich am nächsten Tag auf einer Burgführung erfahren durften, galt diese mittelalterliche Burganlage lange Zeit als uneinnehmbar mit ihrem doppelten Wassergraben und dem dazwischenliegenden Wall. Auf einer abschließenden kleinen Bootstour konnten wir diesen Wassergraben sogar selbst befahren, was allen sehr viel Spaß gemacht hat. Da wir heute obendrein ein Geburtstagskind hatten, durften Kuchen und Kerzen nicht fehlen. Am Abend gab es dann zur Krönung ein Lagerfeuer – natürlich mit Stockbrot! 

Für den nächsten Tag hatte Moni im 5km entfernten Ort Oldisleben den Besuch in einer Schokoladentaler-Manufaktur organisiert; nach anstrengendem Fußmarsch bei schönstem Wanderwetter durften wir – dort angekommen – in wechselnden Gruppen Schokoladentaler gießen und verzieren. Der Rückweg ging dann flotter – wir hatten ja nun leckere Marschverpflegung!

Am dritten Tag – wir fühlten uns auf der Burg nun schon wie zu Hause – wurden wir auch mental ins Mittelalter zurückversetzt; wir bestimmten aus unserer Mitte den Burggrafen und seine Gräfin nebst Tochter, dazu Ritter, Knappen, Pagen und Bauerleute sowie Handwerksleute aus allerlei Gewerben; selbst eine Henkerin durfte nicht fehlen. Sie alle wurden festlich gewandet; dann gab es ein köstliches mittelalterliches 3gängiges Mahl im Rittersaal, wo wir über die damaligen Tischsitten unterrichtet wurden. Musik durfte natürlich nicht fehlen und so tanzten schon bald Groß und Klein zu Cembalo-Klängen. So gestärkt, konnten wir auf mittelalterliche Weise Kerzen gießen und beim Bogenschießen den besten Schützen unter uns ermitteln.

Am vierten Tag verließen wir das Burggelände zu einem Bus-Ausflug in die 20km entfernte Kyffhäuser-Therme in Bad Frankenhausen. Das warme Sole-Wasser in den zahlreichen Erlebnisbecken tat uns allen gut, wer wollte, konnte von der 50m-Rutsche rutschen. So war die Zeit dort leider viel zu schnell um, aber dafür erwartete uns am Abend in den unterirdischen Verließen unserer Burg eine spektakuläre Disko.

Schon war der letzte Tag angebrochen. Zum letzten Mal wurde – wie auch die ganze Woche über zwischen den Aktivitäten – unter Anleitung unseres Chorleiters Andreas und unseres Theaterpädagogen Ron Rosenberg für die Aufführung des Stückes „Alle Kinder haben Rechte“ geprobt. Als Dankeschön für die tollen Tage gaben wir für unsere Betreuerinnen Anne, Christin, Marion und Moni eine Voraufführung des einstudierten Stückes.

Die Friedrichshainer Spatzen

Am Abend war dann helle Aufregung, weil die geplante Nachtwanderung ausfallen sollte – schließlich stellte sich heraus, dass dies Teil der Story um die Nachtwanderung war, die sich die Chori-Feen, nämlich Rosa, Vanessa, Alina und Sophia ausgedacht hatten. Nach einem gruseligen Rundmarsch um die Burganlage in der Finsternis ließen wir diesen letzten Abend gemütlich am wärmenden Lagerfeuer ausklingen.

Wieder hieß es Koffer packen und den Bus besteigen, der uns nach Hause bringen sollte. Unterwegs gab’s noch einen Stopp bei einer Sommerrodelbahn in Petersberg, wo jedes Kind 3x den Parcours hinunter rasen durfte, bevor uns in Berlin unsere Eltern wieder in Empfang nahmen!