Unsere legendäre Chorfahrt in den Berliner Herbstferien fußt auf einer langjährigen Tradition und führte uns in diesem Jahr ins thüringische Eisenberg im malerischen Mühltal, fernab der Zivilisation, was wir bereits bei der Anreise zu spüren bekamen, denn der von uns angemietete Reisebus durfte das Mühltal nicht befahren. So wurde unser Gepäck an der Robertsmühle ins Auto verladen und die letzten 3km ging‘s auf Schusters Rappen zur Jugendherberge Froschmühle, einem wunderhübschen Fachwerkbau. Zum Glück herrschte strahlend blauer Himmel.

Das blieb leider nicht so, aber wir haben das Beste aus dem schlechter werdenden Wetter gemacht: gleich am nächsten Tag machten wir uns quer durch den Wald auf Entdeckertour in die nahe gelegene Stadt Eisenberg, wo wir von der Stadtführerin bereits erwartet wurden. Sie zeigte uns die Schlosskirche von innen und wir durften die reichen Verzierungen bestaunen und unsere Fragen loswerden. Auf dem Rückweg fing es leider an zu regnen, was uns aber nicht davon abhielt, Holz im Wald für das Lagerfeuer am Abend (mit Stockbrot!) zu sammeln. Dank Betreuer Thomas kam das Lagerfeuer auch bei feuchtem Holz zum Brennen!

Für den nächsten Tag hatte Marion im nahe gelegenen Rittergut in Nickelsdorf eine Waldrallye organisiert; in wechselnden Gruppen durften wir Fledermausnistkästen bauen, durchs Mikroskop schauen und Vogelstimmen erraten. Der Rückweg ging dann ganz flott – „hoch auf dem „gelben“ Wagen“ – so sangen es uns jedenfalls unsere Betreuer vor – fuhren wir dann mit dem Kremser zurück in die Jugendherberge.

Am dritten Tag kam ein Falkner zu uns in die Herberge; mit seinem Adler, seinem Jagdhund und seinem Frettchen vollführte er unter Einbeziehung der mutigsten Freiwilligen unserer Chorkinder einige Tricks und vermittelte uns unkompliziert Wissen über die Tiere des Waldes. Den Nachmittag gestalteten dann Lisa, Chris und Dari, unsere Betreuer vom Jugendchor als Bastelnachmittag. Die Chori-Feen unter uns, nämlich Rosa, Vanessa, Alina und Sophia organisierten dann die Nachtwanderung, bei der Leuchtstäbchen als Wegmarkierung und ein erlösender Gesang zum Abschluss nicht fehlen durften.

Schon war der letzte Tag unseres Aufenthaltes herangerückt, an dem zum letzten Mal (wie übrigens jeden Morgen und Nachmittag) kräftig für die anstehenden Weihnachtsauftritte geprobt wurde. 5 neue Lieder, eingebettet in die Geschichte „Majas Weihnacht“ haben wir unter der Leitung von Andreas einstudiert und gemeinsam auch das Stück selbst herausgearbeitet. Nach dem Kreativ-Workshop „Altes Handwerk neu entdecken“, bei dem wir lernten, Münzen zu prägen, mit dem Schwert umzugehen, Körbe zu flechten und Ledertäschchen zu fertigen, gaben wir für unsere Betreuer ein Abschiedsständchen.

Dann war es auch schon Zeit für die Abschiedsdisko, bei der „Moskau“, „Die Eisbären“, aber auch der „Zwergenhit“ nicht fehlen durften; zwischendurch gab‘s zur Auflockerung Stuhltanz oder Stopptanz, wobei kleine Preise zu gewinnen waren.

Nun hieß es Koffer packen und den langen Weg zurück aus dem Mühltal zum Bus anzutreten, der uns nach Hause bringen sollte. Unterwegs gab’s noch einen Stopp beim Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten, wo wir hoch über den Baumwipfeln nochmal alles Revue passieren lassen konnten, bevor wir in Berlin wieder unseren Eltern in die Arme fielen!